06.09.2018

Identität statt Anonymität

Mit dem Ziel, die Suurstoffi-Community zu stärken, startete Zug Estates im Frühling 2018 ihr erstes Urban-Gardening-Projekt. Aufgrund der positiven Resonanz wird das Projekt im nächsten Jahr fortgeführt und erweitert.

Interview: Philipp Hodel, Nachhaltigkeitsbericht 2018

Was bewegte euch dazu, beim Urban-Gardening-Projekt mitzuwirken?

Rosemarie: Die Aussicht, Kräuter und frisches Gemüse direkt vor der Wohnung zu ernten, hat mich sofort ange-sprochen. Gärtnern bereitet mir Freude. Es ist ein Erlebnis, den Kreislauf vom Säen und Setzen bis hin zur Ernte zu beobachten und mitzugestalten.

Willy: Mich überzeugte die Idee eines gemeinsamen Projekts in der Suurstoffi, wo ich lebe und mich wohl fühle. Ich kann mich sinnvoll im Freien betätigen. Zudem hoffte ich auf eine bereichernde, multikulturelle Gemeinschaft, die das Projekt umsetzt.

Beeinflusst das Projekt die Gemeinschaftsbildung?

Willy: Ja, auf jeden Fall. Es haben sich bereits interessante Kontakte ergeben. Die Gemeinschaft ist international und besteht aus Einzelpersonen, Familien mit Kindern oder Pensionären. Man trifft sich zum Beispiel spontan beim Giessen und nimmt sich Zeit für einen Austausch.

Rosemarie: Durch die Arbeit in der Gemeinschaft kann aus der Anonymität einer Siedlung herausgetreten werden. Es entwickelt sich das Gefühl vom Dabeisein. Die Identifikation mit der Suurstoffi wächst. Selbst mit Besuchern ausserhalb der Suur-stoffi (oder Passanten) tauschen wir in interessanten Gesprächen Erfahrungen aus.

Welche Pflanzen wachsen in euren Kisten?

Rosemarie: Ich habe hauptsächlich Kräuter wie Petersilie, Salbei und Pfefferminze angebaut, dazu noch Sommer-gemüse und etwas Salat. In der Gruppe haben wir noch Tomaten und verschiedenes Obst und Beeren gepflanzt.

Willy: Neben diversen Kräutern und Salaten habe ich zwei Erdbeerstöcke für meine Enkelkinder gesetzt. Und dank des schönen Frühlings- und Sommerwetters konnte ich bereits nach kurzer Zeit Kohlrabi ernten.

Nach jedem Winter kommt ein Frühling. Werdet ihr nächstes Jahr erneut die Gartenhacke in die Hand neh-men?

Rosemarie: Auf jeden Fall. Die Gemeinschaft sollte aber mehr Verantwortung übernehmen. Zukünftig wollen wir uns untereinander besser organisieren und auch eine Gemeinschaftskasse für weitere Anschaffungen einrichten. Bei die-ser Gelegenheit möchte ich mich bei Zug Estates für die finanzielle und organisatorische Unterstützung herzlich bedanken.

Willy: Es würde mich sehr freuen, wenn das Projekt weitergeführt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch weitere Suurstoffi-Bewohner mitmachen möchten. Wir heissen alle herzlich willkommen.

www.suurstoffi.ch/aktuell/urban-gardening