Holzhochhaus S22

 

06.09.2018

Holz als CO2-Speicher

Hochwertige Holzwerkstoffe, effiziente Maschinen und durchgehend digitale Abläufe machen den Holzbau konkurrenzfähig. Zudem speichert das verbaute Holz CO2 aus der Atmosphäre.

Text: Hansueli Schmid, Nachhaltigkeitsbericht 2018

Nachhaltigkeit von Holz beginnt im Wald

Holz wächst im Gegensatz zu anderen Baustoffen rasch wieder nach und erfüllt dabei auch noch wichtige ökologische Funktionen. Rund ein Drittel der Schweiz ist bewaldet und wird, dank des ältesten Waldgesetzes der Welt seit 1876, nachhaltig bewirtschaftet. Jährlich wachsen im Schweizer Wald rund 10 Millionen Kubikmeter Holz nach, von denen jedoch nur etwa die Hälfte genutzt werden. Holz versorgt in der Schweiz bis heute lokale Wertschöpfungsketten, welche auch in abgelegenen Regionen wertvolle Arbeitsplätze schaffen. In Zahlen sind das etwa 80 000 Arbeitsplätze in etwa 12'000 Betrieben mit rund 6 Milliarden Franken Wertschöpfung.

Holz als CO2-Speicher

Wald schützt nicht nur vor Lawinen, Steinschlag und Erdrutschen, sondern reinigt auch Trinkwasser und bindet viel CO2 aus der Luft in Pflanzenteilen und Waldboden. Wird das Holz der Bäume als Baumaterial genutzt, so bleibt das CO2 so lange gebunden, bis es verbrannt wird. Diese CO2-Senkenleistung von Holz in Gebäuden ist beachtlich, so lagern im Schweizer Gebäudepark 45 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Zugleich vermeidet jede Anwendung von Holz die Treibhausgasemissionen, welche zusätzlich aus Herstellung und Transport anderer Baumaterialien entstanden wären – der oft vergessene Substitutionseffekt von Holz.

Konkurrenzfähig dank digitaler Prozesse

Der industriellen Nutzung von Holz als Baustoff standen lange technische, wirtschaftliche und gesetzliche Hürden im Weg. Die neue Generation der VKF-Brandschutzvorschriften von 2015 hat die bestehenden Beschränkungen für die Holzanwendung beseitigt und die Planungs- und Ausführungsregeln für den Holzbau vereinfacht. Holz kann damit in allen Gebäudekategorien und Nutzungen zum Zug kommen. Die Frage ist heute also nicht mehr, zu wissen, ob mit Holz gebaut werden darf, sondern wie. Diesem Paradigmenwechsel gingen Jahrzehnte von Forschung und Entwicklung voraus, welche die Lignum mit einem breit angelegten Projekt begleitet hat. Auf diesen Grundlagen aufbauend erarbeitet die Lignum laufend Anwendungshilfen, damit der Holzbau so weit wie möglich nach Standardkonzepten geplant werden kann.

Erst dank hochwertiger Holzwerkstoffe, effizienten Maschinen und den durchgehend digitalen Abläufen von Planung bis Fertigung ist es dem Holzbau schliesslich gelungen, sich auf dem Markt mit konkurrenzfähigen Angeboten zu behaupten. Unternehmen der Holzbranche beweisen, dass sich heute auch Grossprojekte aus Holz einwandfrei planen und realisieren lassen. Im Vergleich zu anderen Bauweisen ergeben sich zudem hohe Planungssicherheit und entscheidende Zeitersparnisse im Bauablauf. Mehrgeschossige Holzbauten bis über die Hochhausgrenze, Wohnsiedlungen mit bis zu 300 Wohnungen – so zeigt sich der Stand der Technik im Bauen mit Holz heute. Zug Estates positioniert sich damit in einem kräftig wachsenden Segment.

www.lignum.ch

8 Gründe für Holz aus Investorensicht

  1. Kürzere Bauzeit: Reduktion der Zinsen, frühere Mieteinnahmen
  2. Hoher Detaillierungsgrad: Höhere Kosten- und Terminsicherheit
  3. Höhere Qualität: Vorfabrikation in der geschützten Halle
  4. Gewichtsreduktion: Bei schlechtem Baugrund tiefere Fundationskosten
  5. Geringe Baufeuchte: Besseres Raumklima und Reduktion der Bauzeit
  6. Nutzflächengewinn: Mehr nutzbare Fläche durch schlanke Konstruktion
  7. BIM: Für Building Information Modeling geeignet
  8. Ressourcenschonend: Holz als natürlich nachwachsender Rohstoff

Der Autor

Hansueli Schmid ist Holzingenieur FH und hat das CAS Digitale Vernetzung im Holzbau in Biel absolviert. Seit 2015 arbeitet er bei der Lignum im Bereich Dauerhaftigkeit, Nachhaltigkeit und BIM.