Home  /  Journal  /  Artikel

Dominique Winter: Metalli von der Peripherie ins Zentrum gerückt

Die Metalli ist als Wohn-, Arbeits- und Einkaufsort fest im Zentrum von Zug verankert. Damit sie neuen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht wird, muss sie sich weiterentwickeln.

Dominique, du bist in Thun aufgewachsen. Was ist deine erste Erinnerung an die Metalli? 

Als ich 1989 nach Zug gezogen bin, fragte ich mich ernsthaft, weshalb ein Shoppingcenter in der Peripherie gebaut wurde. Denn vor 30 Jahren war die Metalli noch alles andere als zentral verortet. Zwischenzeitlich hat sich das Leben mehr und mehr vom See her in Richtung Bahnhof verlagert, und somit ist die Metalli ein wichtiger Teil des Stadtzentrums von Zug geworden.

Welche Merkmale zeichnet die Metalli aus?

In erster Linie die direkte Lage angrenzend zum Bahnhof Zug. Sie ist sowohl zu Fuss als auch mit dem ÖV und dem Privatauto sehr gut zu erreichen. Ein weiterer Grund ist die Vielfalt, welche die Metalli bietet. Sie ist mehr als ein Shoppingcenter. Sie darf als kleine Stadt bezeichnet werden, in der man arbeiten, wohnen, sich entspannen und Dinge für den täglichen Bedarf erledigen kann. 

Spürt die Einkaufs­Allee den Einfluss von Einkaufstourismus oder dem Online­ Shopping?

Dieser Einfluss ist auch bei uns spürbar, wenn auch weniger ausgeprägt als in anderen Einkaufszentren. Hierbei ist eine differenzierte Betrachtung nötig, denn sowohl die Gastronomiebetriebe als auch der Dienstleistungsbereich laufen nach wie vor sehr gut. Dem Online- Shopping und Einkaufstourismus stärker ausgesetzt ist der Textilbereich. Allerdings betrachte ich Online-Shoppingkanäle als Ergänzung zum Angebot im stationären Handel. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass etliche Kunden ihre Kleidungsstücke im Laden anfassen oder probieren möchten, sie dann aber zu Hause online kaufen.

Die Metalli ist wie eine kleine Stadt, in der man arbeiten, wohnen und Dinge für den täglichen Bedarf erledigen kann.

Heutzutage gleichen die Einkaufspassagen in Berlin, Rom oder Kopenhagen wie ein Ei dem anderen. Liegt der Grund nicht auch an den Einkaufs­- oder Stadtzentren selbst, die, aus Konsumentensicht betrachtet, austauschbar und daher langweilig geworden sind?

An guten Lagen findet man in der Tat immer wieder die gleichen nationalen oder internationalen Marken und Ladenketten. Als Betreiber sind wir froh um diese zugkräftigen Brands. Aus Sicht des Konsumenten hingegen bräuchte es wieder mehr Platz für Neues und Unbekanntes. Vielleicht schafft der aktuelle Konsolidierungsprozess wieder Platz für mehr Individualität?

Welche Konzepte werden benötigt, damit der stationäre Handel wieder gestärkt werden kann?

Der Kunde der Zukunft will mehr, als sich nur zu versorgen und zu konsumieren. Das Erlebnis steht im Mittelpunkt. Der Konsument will aus einer bunten Vielfalt – ausgebreitet auf möglichst kleinem Raum – auswählen können. Zudem rückt der soziale Aspekt vermehrt ins Zentrum. In diesem Sinne sollte sich das Shoppingcenter zu einem Treffpunkt entwickeln, wo Begegnungen und Erlebnisse im  Vordergrund stehen. Reine Ladenstrassen haben ausgedient – aber das ist die Metalli glücklicherweise nicht.

Konkret: Wie setzt die Metalli das Bedürfnis nach Erlebnissen um?

Wir führen im Jahr zahlreiche Events durch. Jeden Samstag zum Beispiel wird ein Bauern garten gestellt, der frische und regionale Früchte und Gemüse zur Auswahl anbietet. Zudem wird das Erlebnisangebot durch saisonale Themenausstellungen und Veranstaltungen erweitert.

Welche Projekte werden zurzeit in der Metalli umgesetzt?

Im Bereich der Büromieter gehört der Umbau für die UBS AG wohl zum umfangreichsten Projekt. Für unsere Parkhausbenutzer optimieren wir im Sommer 2019 das Beleuchtungskonzept, welches heller und freundlicher gestaltet wird. Zudem investieren wir im Bereich der Nachhaltigkeit. Durch die Umstellung unserer Beleuchtung auf LED sparen wir in Zukunft um bis zu 50 Prozent Strom. Der Anschluss der Metalli an den Wärmeverbund Circulago der WWZ reduziert zudem unseren CO2-Verbrauch auf ein Minimum.

Oft geht vergessen, dass die Metalli nicht nur aus dem Shoppingcenter besteht, sondern auch Standort, beinahe Heimat für zahlreiche Unternehmen ist. Was schätzen diese an der Metalli?

Für die Metalli spricht der grosse Komfort für die Mitarbeitenden: im gleichen Areal arbeiten, ein kaufen und wohnen können. Pendler profitieren von der optimalen Lage. Der Bahnhof liegt vis- àvis, und es sind genügend Parkplätze vorhanden, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Hinzu kommt, dass der Kanton Zug für Unternehmen steuertechnisch interessant ist. Obwohl die Gebäude über 30 Jahre alt sind, fällt wenig aufgestauter Unterhalt an. Alle Flächen können zu modernen Büros ausgebaut werden.

Deine persönliche Vision der Metalli?

Ich sehe eine kunterbunt durchmischte Lebens- und Arbeitswelt für Jung und Alt. Ein äusserst belebter Platz, wo man sich persönlich trifft – aber dennoch digital vernetzt ist. Was gefällt dir an deiner Arbeit als  Centermanagerin? Kein Tag verläuft wie der andere. Meine Aufgaben springen innert weniger Stunden durch technische, juristische oder betriebswirtschaftliche Belange. Meine Funktion ermöglicht mir den ständigen Kontakt mit Mitarbeitenden und Mietern, was mir ebenfalls sehr gefällt. Zudem kann ich Verantwortung übernehmen und selbständig arbeiten.

Dominique Winter

Dominique Winter sorgt seit 2016 als Centermanagerin der Metalli für einen guten Mietermix und koordiniert Büro- und Wohnungsvermietungen.