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Hohe Dynamik und Innovation als Basis zum Erfolg

Seit 1995 betreibt die UBS ihre Filiale in der Metalli. Geschäftsstellenleiter Simon Estermann erklärt, was er am Standort schätzt und welches die Zuger Erfolgsfaktoren sind.

 

Die UBS betreibt seit 1995 die Filiale in der Metalli Zug. Herr Estermann, was schätzen Sie und die rund 130 Mitarbeitenden an diesem Standort?

Die Metalli erweist sich als hervorragender Standort für unsere Kunden und Mitarbeitenden. Wir schätzen die zentrale Lage, die grosszügig angelegten Parkmöglichkeiten, die Nähe zum ÖV sowie zum Einkaufszentrum. Der zentrale Standort bietet alles für den täglichen Bedarf. Wir sind dort, wo auch unsere Kunden sind.

Da wir gerade von Kunden sprechen: Wer ist das bei der UBS Zug? 

Wir bedienen keineswegs nur Grossunternehmen und vermögende Kunden, wie ich es hin und wieder zu hören bekomme.  In Zug bieten wir für jedes Klientel die passende Lösung. Wir verfügen über Kinder- und Jugendkonten, haben aber auch attraktive Angebote für Familien und Einzelpersonen. Die Nähe zur Bevölkerung ist uns sehr wichtig. Was Zug von anderen Standorten der Zentralschweiz unterscheidet, ist aber ganz klar das internationale Klientel.

Was sind die Standortqualitäten der Stadt Zug?

Zug liegt geografisch ausgezeichnet; zentral und in kurzer Distanz zu Zürich. Bekannt sind wir aufgrund der tiefen Steuerbelastung. Was aber leider oft vergessen geht, ist die vorzügliche Lage. Die Stadt grenzt direkt an den See, die Fernsicht auf die Rigi und die Alpen ist atemberaubend. Internationale Kunden sagen mir oft, dass Zug es geschafft hat, die perfekten Rahmenbedingungen zu schaffen – sowohl zum Investieren als auch betreffend Lebensqualität.

Und das Geheimnis des Erfolgs?

Zug hat sich nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Kanton und Stadt sind dynamisch und innovativ geblieben und spielen in vielen  Bereichen eine Vorreiterrolle. Bestes Beispiel dafür ist das Crypto Valley. Ein weiterer Grund für das gute Investitionsklima respektive die optimalen Rahmenbedingungen ist der direkte Draht der Wirtschaft zur Politik und den Behörden. Ein Austausch erfolgt regelmässig, was alle Beteiligten sehr schätzen. Dabei können wir konkrete Themen besprechen, mit denen uns Privatkunden und Unternehmen konfrontieren. Nicht zuletzt wird unsere Expertise in finanzpolitischen Themen und Fachfragen, sei es national oder international, gerne gehört.

Der Kanton Zug ist in den letzten Jahren konstant gewachsen. Wie schätzen Sie dessen weitere Entwicklung ein?

Die Wirtschaftsleistung (BIP) hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Zug ist heute der Topstandort in der Schweiz, das zeigt nicht nur unser kantonaler Wettbewerbsindikator. Der Kanton ist die elftgrösste Volkswirtschaft der Schweiz. Das Wettbewerbsprofil zeigt über alle Kategorien hinweg ein sehr positives Bild (siehe Grafik). Der Erfolg ist breit abgestützt, der Kanton wird daher auch in Zukunft erfolgreich sein. Im Immobiliensektor werden sich die Preissteigerungen abschwächen, wir gehen von einem moderaten Wachstum aus.

Trotz allen positiven Indikatoren, wo liegen die Risiken für den Standort Zug?

Von geopolitischen Herausforderungen und Risiken kann sich niemand in der Schweiz  abschotten. Durch seine hohe internationale Vernetzung ist Zug den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen stärker ausgesetzt als andere Kantone. So werden zum Beispiel die Steuersenkungen in den USA den Wirtschaftsstandort Zug durch die Grossfirmen sicherlich stärker treffen als andere Kantone. Ein weiteres konkretes Risiko sind die Auswirkungen der Einwanderungsinitiative. Die Annahme der Initiative führte zu einer Kontingentierung der Arbeitsbewilligungen von Fachkräften. Dies spürten und spüren wir nach Genf und Zürich am meisten.

Mit Sicherheit ist die Digitalisierung eine grosse Herausforderung in der Bankenwelt. Welche Rolle nimmt der Kundenberater zukünftig ein?

Das Thema Digitalisierung geniesst eine hohe Priorität. Es laufen zahlreiche Projekte. Meiner Meinung nach bleibt der persönliche Bezug aber zentral. Die Rolle unserer Berater wird sich ändern. Es läuft auf ein Zusammenspiel von Mensch und Computer hinaus. Der Berater bleibt Ansprechpartner und schafft Kontakte, während er von digitalen Asisstenten tätkräftig unterstützt wird. Wir brauchen dazu fachlich starke Mitarbeiter, die Veränderungen mittragen und Neues als Chance sehen.

Wie lange braucht es die Kundenschalter in der Empfangshalle noch?

Das ist eine berechtigte Frage, da der Anteil an Transaktionen in diesem Bereich abnimmt. Als Folge davon reduzierten wir die Anzahl der Schalter in den letzten Jahren von sechs auf zwei. Mit unserem Multikanalsystem versuchen wir, unsere Kunden dort abzuholen, wo sie Bankdienstleistungen und Beratung wollen. Das Spektrum ist breit. Es gibt jene Kunden, die nur noch online mit uns kommunizieren. Ein grosses Stammklientel hingegen schätzt nach wie vor die Dienstleistung am Schalter. Aber klar ist, dass sich das Bedürfnis der Kunden über die vergangenen Jahre spürbar verändert hat.

Der Interviewpartner

Simon Estermann ist seit Juni 2014 Leiter der UBS-Geschäftsstelle in Zug. Zuvor war er unter anderem als Teamleiter Privatkunden und Segmentmanager Privatkunden für die grösste Schweizer Bank tätig. Er hat einen MAS in Business Psychology und absolvierte den NDS Leadership & Management.